Science for Society – Forschung, die Gesellschaft bewegt

Best Practice am Promotionszentrum Angewandte Informatik

Wie verändert Social Media unsere Gesellschaft? Wie können wir Hetze und Falschinformationen begegnen? Wie kann man sicherstellen, dass alle Menschen geeigneten Zugang zu Informationen haben? Und wie können wir Gesundheit und Lebensqualität im Alter verbessern? Unter dem Leitmotiv „Science for Society“ widmen sich eine Reihe von Promotionsprojekten genau diesen Fragen – mit Forschung, die gesellschaftliche Herausforderungen aufgreift und neue Perspektiven für die Zukunft eröffnet.

Wissen für alle – mit KI gegen Desinformation und Barrieren

Die Gesellschaft sieht sich zunehmend mit Hass und Hetze sowie gezielt verbreiteten Falschinformationen konfrontiert. Zwei Promotionsprojekte am PZAI beschäftigen sich daher mit der Frage, wie Künstliche Intelligenz helfen kann, Desinformation automatisiert zu erkennen. Im Fokus stehen dabei sowohl die Erkennung KI-generierter Desinformation als auch die Untersuchung der Verbreitung von Hass in digitalen Netzwerken. Die Projekte suchen nach Ansätzen, um digitale Kommunikationsräume besser zu verstehen und wirksame Strategien gegen Desinformation und Diskriminierung zu entwickeln.

Forschung für ein gesundes und selbstbestimmtes Leben

Eine gute Gesundheitsversorgung braucht vor allem eines: den Menschen im Blick. Gleichzeitig stehen Ärztinnen und Ärzte zunehmend vor der Herausforderung, große Mengen an Gesundheitsdaten schnell zu erfassen und daraus die relevanten Informationen für die Behandlung abzuleiten. Ein Dissertationsvorhaben entwickelt zu diesem Zweck ein Medical Visual Analytics System. Es soll mithilfe Künstlicher Intelligenz unterschiedliche Gesundheitsdaten zusammenführen und so aufbereiten, dass Befunde, Medikation und medizinische Entwicklungen schneller erfasst werden können – transparent und nachvollziehbar für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

Auch im Alltag älterer Menschen kann intelligente Technologie dazu beitragen, Gesundheit und Selbstständigkeit länger zu erhalten. Aus diesem Grund untersucht ein Forschungsprojekt, wie sich Stürze mithilfe von Mikrowellen-Radartechnologie zuverlässig vermeiden und erkennen lassen. Durch die kontinuierliche Analyse von Bewegungen und deren Kontext sollen Fehlalarme reduziert und tatsächliche Stürze schneller erkannt werden. So könnte die Technologie dazu beitragen, dass ältere Menschen länger sicher in ihrer vertrauten Umgebung leben können und zugleich die Betreuung in Pflegeeinrichtungen verbessert wird.

Noch früher ansetzen möchte ein weiteres Forschungsunterfangen zur Parkinson-Erkennung. Da sich die Erkrankung bereits früh durch Veränderungen der Sprache bemerkbar machen kann, wird untersucht, wie Sprachdaten mithilfe Künstlicher Intelligenz als Grundlage für ein nicht-invasives Screening genutzt werden können. Dabei verbindet der Ansatz medizinisch interpretierbare Sprachmerkmale mit einem Verfahren, bei dem mehrere Einrichtungen gemeinsam Modelle trainieren können, ohne sensible Sprachaufnahmen auszutauschen.

Die ausgewählten Arbeiten am PZAI zeigen, wie wissenschaftliche Innovation konkrete gesellschaftliche Herausforderungen adressiert – von Desinformation und digitaler Teilhabe bis hin zu Gesundheit, Sicherheit und einem selbstbestimmten Leben im Alter.

Gemeinsam verbindet sie der Anspruch, Forschung mit gesellschaftlichem Nutzen zu verknüpfen und Lösungen für die Herausforderungen von heute und morgen zu entwickeln und wird so zu Forschung, die Menschen unmittelbar zugutekommt.

 

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